Wie Orchideen wachsen: Ein Blick auf Wurzeln, Blätter & Triebe ✓

Orchideen faszinieren nicht nur durch ihre Blüten, sondern auch durch ihre besondere Wachstumsweise. Viele Pflegefragen lassen sich leichter beantworten, wenn man versteht, wie Orchideen wachsen und welche Rolle Wurzeln, Blätter und Triebe dabei spielen. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf den Aufbau und das Wachstum dieser außergewöhnlichen Pflanzen.
Epiphytisch, terrestrisch & lithophytisch – die Wachstumsformen
Orchideen wachsen in der Natur auf sehr unterschiedliche Weise:
- Epiphytisch: auf Bäumen (z. B. Phalaenopsis, Vanda)
- Terrestrisch: im Boden (z. B. viele Gartenorchideen)
- Lithophytisch: auf Felsen oder Steinen
Die meisten Zimmerorchideen sind epiphytisch – das erklärt, warum sie kein normales Pflanzsubstrat vertragen und luftige Wurzeln benötigen.
Die Wurzeln: Mehr als nur Halt
Orchideenwurzeln sind echte Multitalente. Sie dienen nicht nur der Verankerung, sondern übernehmen wichtige Aufgaben für Wasser- und Nährstoffaufnahme.
Luftwurzeln und Velamen
Viele Orchideen besitzen Luftwurzeln, die von einer schwammartigen Schicht – dem Velamen – umgeben sind. Dieses Gewebe:
- nimmt Wasser aus der Luft auf
- schützt die Wurzel vor Austrocknung
- ermöglicht Photosynthese bei Lichteinfall
Wachstum der Wurzeln
Neue Wurzeln erkennt man an hellgrünen oder leicht durchscheinenden Spitzen. Sie zeigen an, dass die Orchidee aktiv wächst und gut versorgt ist.
Die Blätter: Energiequelle der Orchidee
Blätter sind für Orchideen lebenswichtig, denn hier findet die Photosynthese statt. Je nach Art unterscheiden sich Form, Dicke und Anzahl der Blätter deutlich.
Was gesunde Blätter verraten
- fest und prall → gute Wasserversorgung
- hell- bis mittelgrün → passender Standort
- dunkelgrün → oft zu wenig Licht
- runzelig → Wassermangel oder Wurzelprobleme
Orchideen bilden ihre Blätter meist langsam. Neue Blätter erscheinen oft nur ein- bis zweimal pro Jahr, wachsen dafür aber über mehrere Wochen.
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Jetzt Orchideen kaufenMonopodial oder sympodial – zwei Wachstumstypen
Monopodial wachsende Orchideen
Diese Orchideen wachsen aus einer Hauptachse nach oben. Neue Blätter entstehen immer im Zentrum der Pflanze.
- Beispiel: Phalaenopsis, Vanda
- Kein klassischer Seitentrieb
- Blütentriebe wachsen seitlich aus den Blattachseln
Sympodial wachsende Orchideen
Sympodiale Orchideen bilden regelmäßig neue Triebe, sogenannte Pseudobulben, die nebeneinander wachsen.
- Beispiel: Cattleya, Oncidium, Dendrobium
- Pseudobulben speichern Wasser und Nährstoffe
- Alte Triebe versorgen neue Triebe mit Energie
Triebe & Blütenstiele – Wachstum richtig deuten
Ein häufiger Irrtum ist die Verwechslung von Blütentrieben und Wurzeltrieben.
- Wurzeln: rund, glatt, mit grünlicher Spitze
- Blütentriebe: flacher, mit kleinen Knoten (Augen)
Zu wissen, was gerade wächst, hilft bei der richtigen Pflege – etwa beim Düngen oder beim Standort.
Wachstumsphasen bei Orchideen
Orchideen durchlaufen meist drei Phasen:
- Wachstumsphase: neue Wurzeln und Blätter
- Blühphase: Bildung und Öffnung der Blüten
- Ruhephase: verlangsamtes Wachstum, Regeneration
Nicht jede Orchidee zeigt diese Phasen gleich deutlich – einige Arten wachsen nahezu ganzjährig.
Was gesundes Wachstum fördert
- Heller Standort ohne direkte Mittagssonne
- Luftiges Orchideensubstrat
- Angepasste Wassergaben
- Ausreichende Luftfeuchtigkeit
- Geduld – Orchideen wachsen langsam
Fazit: Orchideen wachsen langsam, aber sehr gezielt
Wer versteht, wie Orchideen wachsen, kann ihre Bedürfnisse besser einschätzen. Gesunde Wurzeln, kräftige Blätter und neue Triebe sind die besten Zeichen dafür, dass sich die Pflanze wohlfühlt. Orchideen wachsen nicht schnell – dafür aber nachhaltig. Mit der richtigen Pflege entwickeln sie sich über viele Jahre zu beeindruckenden, langlebigen Pflanzen.