Orchideen und Wasserqualität: Welche Rolle spielt pH-Wert & Härte? ✓

Orchideen sind bei Licht und Gießrhythmus oft erstaunlich unkompliziert – beim Thema Wasserqualität reagieren sie jedoch deutlich sensibler als viele andere Zimmerpflanzen. Zu hartes Wasser, falscher pH-Wert oder hohe Salzbelastung können langfristig zu Wachstumsproblemen, Wurzelschäden und ausbleibender Blüte führen. Hier erfährst du, warum pH-Wert und Wasserhärte so wichtig sind und wie du das passende Gießwasser findest.
Warum Orchideen besonders empfindlich auf Wasser reagieren
Viele beliebte Orchideen (z. B. Phalaenopsis, Oncidium, Vanda) wachsen in der Natur nicht in Erde, sondern auf Bäumen. Ihre Wurzeln sind auf nährstoffarmes, weiches Wasser eingestellt, das meist als Regen auf sie trifft. In der Wohnung gießen wir dagegen oft mit Leitungswasser – und das kann je nach Region stark kalkhaltig sein.
Wasserhärte: Was bedeutet das überhaupt?
Die Wasserhärte beschreibt, wie viel Calcium- und Magnesiumsalze (umgangssprachlich: Kalk) im Wasser gelöst sind. Je härter das Wasser, desto eher bilden sich Kalkablagerungen – auch im Orchideensubstrat und an den Wurzeln.
Warum hartes Wasser für Orchideen problematisch ist
- Ablagerungen im Substrat: Poren „verkleben“, die Wurzeln bekommen weniger Luft.
- pH-Verschiebung: Kalk kann den pH-Wert nach oben drücken (alkalischer).
- Nährstoffblockaden: Bestimmte Nährstoffe werden schlechter aufgenommen.
- Blattschäden: Kalkflecken nach dem Sprühen können unschön aussehen.
pH-Wert: Warum er eine Rolle spielt
Der pH-Wert beeinflusst, wie gut Nährstoffe verfügbar sind. Viele Orchideen mögen ein leicht saures Milieu – ähnlich wie in ihrer natürlichen Umgebung, wo Regenwasser meist eher weich und leicht sauer ist.
Typische Folgen eines ungünstigen pH-Werts
- schwacher Wuchs trotz Düngung
- gelbliche Blätter (Nährstoffmangel durch Blockade)
- weniger Blüten oder Blühpausen
- Wurzeln wirken matt, trocken oder „verkrustet“
Welche Werte sind für Orchideen ideal?
Es gibt keine „eine perfekte Zahl“ für alle Orchideen, aber für die meisten gängigen Zimmerorchideen gilt als grobe Orientierung:
- pH-Wert: leicht sauer, etwa 5,5–6,5
- Wasserhärte: eher weich, ideal unter 8 °dH (je weicher, desto besser)
Tipp: Wenn du regelmäßig mit sehr hartem Wasser gießt, lohnt sich ein Wechsel – oft siehst du schon nach einigen Wochen vitalere Wurzeln und besseren Neutrieb.
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Jetzt Orchideen kaufenWelche Wasserarten funktionieren wirklich?
Regenwasser
Regenwasser ist oft die beste Wahl, weil es in der Regel weich ist. Achte darauf, es sauber zu sammeln (keine verschmutzten Behälter) und nicht zu lange stehen zu lassen.
Gefiltertes Leitungswasser
Filter (z. B. Tischfilter) können Kalkanteile reduzieren. Das ist eine praktische Lösung, wenn du kein Regenwasser nutzen kannst.
Abgestandenes Leitungswasser
„Wasser stehen lassen“ hilft nur begrenzt: Chlor kann entweichen, aber Kalk bleibt. Bei sehr hartem Wasser ist das daher keine echte Lösung.
Destilliertes Wasser (nur gemischt)
Destilliertes Wasser ist extrem weich, enthält aber keine Mineralien. Nutze es am besten gemischt (z. B. mit etwas Leitungswasser) oder in Kombination mit passender Düngung.
Mineralwasser
Für Orchideen meist keine gute Idee: Oft ist es mineralreich (hart) und kann zu Salzablagerungen führen.
Wie kannst du Wasserhärte und pH-Wert prüfen?
- Wasserhärte: oft online beim örtlichen Wasserversorger einsehbar
- Teststreifen: günstig und ausreichend für den Hausgebrauch
- pH-Messgerät: genauer, besonders bei häufigem Düngen oder Semi-Hydrokultur sinnvoll
Wasser „optimieren“: Was ist sinnvoll (und was nicht)?
Manche versuchen, Wasser mit Hausmitteln zu verändern. Vorsicht: Zu starkes „Herumdoktern“ kann mehr schaden als nützen.
- Sinnvoll: Regenwasser/Filter nutzen, regelmäßig spülen (durchdringend gießen, ablaufen lassen)
- Mit Vorsicht: Wasser ansäuern (nur minimal und nur, wenn du sicher weißt, was du tust)
- Nicht sinnvoll: dauerhaftes Gießen mit mineralreichem Wasser oder „Wunderzusätzen“
Extra-Tipp: Salzablagerungen im Substrat vermeiden
Selbst mit gutem Wasser können sich durch Düngung Salze ansammeln. Deshalb ist es hilfreich, alle paar Wochen einmal kräftig durchzuspülen:
- Topf ins Waschbecken stellen
- mit viel lauwarmem, weichem Wasser durchspülen
- anschließend sehr gut abtropfen lassen
Fazit: Gutes Wasser ist ein echter Orchideen-Boost
pH-Wert und Wasserhärte sind bei Orchideen keine Nebensache. Weiches, leicht saures Wasser unterstützt gesunde Wurzeln, bessere Nährstoffaufnahme und langfristig eine stabilere Blüte. Wenn du Probleme wie schrumpelige Blätter, schwachen Wuchs oder Salzkrusten hast, lohnt sich der Blick auf die Wasserqualität fast immer – oft ist das die schnellste Stellschraube mit großer Wirkung.