Orchideen färben: Was steckt hinter den blauen Orchideen? ✓

Blaue Orchideen sorgen regelmäßig für Staunen. Die intensive Farbe wirkt exotisch, edel und fast unwirklich – und genau das ist sie auch. Viele Orchideenfreunde fragen sich daher: Sind blaue Orchideen echt oder künstlich gefärbt? Die kurze Antwort lautet: In den meisten Fällen sind sie gefärbt. Doch wie funktioniert das, warum wird es gemacht und was bedeutet das für die Pflanze?
Gibt es natürlich blaue Orchideen?
Wirklich tiefblaue Orchideen kommen in der Natur praktisch nicht vor. Zwar existieren einige Orchideenarten mit bläulichen oder violetten Nuancen, etwa bestimmte Vanda-Arten, doch ein sattes Königsblau ist genetisch bei handelsüblichen Zimmerorchideen wie der Phalaenopsis nicht vorhanden.
Die im Handel erhältlichen blauen Orchideen sind daher fast immer weißblühende Phalaenopsis, die künstlich eingefärbt wurden.
Wie werden Orchideen blau gefärbt?
Die Färbung erfolgt nicht über die Blätter oder das Gießwasser, sondern direkt über die Pflanze:
- Ein spezieller, pflanzenverträglicher Farbstoff wird in den Blütentrieb injiziert
- Der Farbstoff verteilt sich über die Leitbahnen bis in die Blüten
- Die ursprünglich weißen Blüten färben sich innerhalb kurzer Zeit blau
Diese Methode wird meist von professionellen Züchtern angewendet und ist für die Pflanze in der Regel nicht tödlich – bedeutet aber Stress.
Warum werden Orchideen überhaupt gefärbt?
Der Hauptgrund ist ganz klar die Optik. Blaue Blüten sind selten und ziehen sofort Aufmerksamkeit auf sich. Gefärbte Orchideen werden häufig:
- als Geschenk verkauft
- für besondere Anlässe genutzt
- als Blickfang in Schaufenstern oder Wohnräumen eingesetzt
Für den Handel sind sie ein Hingucker – auch wenn die Farbe nicht dauerhaft ist.
Was passiert nach der Blüte?
Das ist der wichtigste Punkt für Käufer: Die blaue Farbe ist nicht dauerhaft. Sobald die gefärbten Blüten verwelken und die Orchidee neu blüht, erscheinen die neuen Blüten in ihrer natürlichen Farbe – meist weiß.
Die Pflanze „merkt“ sich die Farbe nicht, da sie nicht genetisch verankert ist.
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Jetzt Orchideen kaufenIst das Färben schädlich für die Orchidee?
Kurzfristig überstehen die meisten Orchideen die Färbung gut. Dennoch gilt:
- Die Injektion bedeutet Stress für die Pflanze
- Der gefärbte Blütentrieb kann früher absterben
- Bei schlechter Pflege kann die Orchidee geschwächt reagieren
Mit guter Nachpflege (richtiger Standort, sparsames Gießen, kein zusätzlicher Stress) erholen sich viele Pflanzen jedoch vollständig.
Kann man Orchideen selbst färben?
Davon ist dringend abzuraten. Hausmittel wie:
- Lebensmittelfarbe im Gießwasser
- Tinte oder Farbstoffe
- eingefärbtes Sprühwasser
führen meist zu Wurzelschäden, Fäulnis oder dem Absterben der Pflanze. Ohne professionelle Technik ist das Risiko sehr hoch.
Alternativen zu gefärbten Orchideen
Wer blaue Farbtöne liebt, kann auf natürlich gefärbte Alternativen setzen:
- Violette oder blau-lilafarbene Orchideen (z. B. Vanda)
- Dunkelviolette Phalaenopsis-Hybriden
- Kombination aus weißen Orchideen und blauer Dekoration
Diese Optionen sind dauerhaft und deutlich pflanzenschonender.
Woran erkennt man eine gefärbte Orchidee?
- Unnatürlich gleichmäßige, intensive blaue Farbe
- Leicht bläulicher Stängel oder Einstichstelle am Blütentrieb
- Hinweis auf dem Etikett („gefärbt“, „color enhanced“)
Fazit: Blaue Orchideen sind ein optischer Effekt
Blaue Orchideen sind keine botanische Sensation, sondern das Ergebnis gezielter Färbung. Sie eignen sich hervorragend als dekorativer Hingucker, sind aber kein dauerhaft blau blühendes Naturprodukt. Wer das weiß und die Orchidee nach der Blüte gut pflegt, kann sich trotzdem lange an der Pflanze erfreuen – auch wenn sie beim nächsten Mal ganz natürlich weiß blüht.